Blick auf eine Kreuzung. Im Rückraum klirren Eiswürfel im Shaker. Die Schaufensterscheibe ist riesig, was mag hier gezeigt worden sein, ehe diese Bar einzog? Nun sitze ich im Schaufenster, schreibe einen kleinen Text über ein Schaufenster, in dem jemand sitzt und auf die Straßenkreuzung sieht, wo die Menschen wie auf städtischer Bühne herumlaufen und für den geneigten Betrachter ihren Auftritt und Abtritt haben. Am Tresen wird ein neuer Barmann eingearbeitet. Er sagt, er stamme aus der Nähe von Mailand, einer sehr traurigen Gegend Italiens. Ist eine lange Geschichte, sagt er. Edith Piaf wird gespielt. Wie nannte Georg Stefan Troller sie? Spatz von Paris jedenfalls nicht. Hier ist Berlin, ein warmer Tag. Ich merke das daran, daß ich mich dauernd verspreche und das Gegenteil dessen sage, was ich sagen wollte. Trotzdem versteht man mich, es geht vielen so. Der Verstand mag die wohltemperierten Stunden. Tadamm.
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