Worte machen den lieben langen Tag

Eine neue Woche beginnt. Gehen wir sie an, da wir müssen. Diesbezüglich steht nichts frei. Die letzte habe ich derart mit reden verbracht, daß ich sprachlos zu sein wünschte für wenigstens ein Wochenende. Daß man soviel reden kann oder muß! Rolf Dieter Brinkmann fiel mir ein: die Wirklichkeit, das ist nichts als Worte. Denn reden können wir. Aber was ist mit dem, was hinter den Worten steht und mit ihnen gemeint zu sein scheint oder ist? Ich sage beispielsweise „Zaun“, und schon ersteht eine Welt. Ich zum Beispiel denke an einen Gartenzaun, an dem es wächst und blüht. Andere sehen anderes. Das interessiert mich. Insbesondere beschäftigt mich politisches Palaver, in dem Worthülsen kreisen, deren Inhalt ungeklärt ist. Das ist, als jongliere man mit Handgranaten, ohne zu wissen, ob sie bereits entsichert sind.


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