Der Sommer schwindet, Wehmut ergreift das Herz. Auf dem Herd köchelt die Sauce. Es ist nicht aller Tage Abend, nur weil die Dämmerung früher einsetzt als die Tage zuvor. Mit etwas Glück geraten wir in goldene Tage und kehren nach den Veräußerlichungen in uns zurück, in die Tiefe der Verstecke und der haltbareren Gedanken. Ich möchte Mäntel tragen, das sei angemerkt. Im Sommer hat man stets zu wenig an und wirkt schlecht gekleidet. Die Haut möchte auch verborgen sein einmal. Im Frühjahr läuft’s dann andersherum. Ich kümmere mich um Herbstgedichte.
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Und, Holger, zu Trakls Gedichten Franz Fühmanns Trakl – Essay „Der Sturz des Engels“ lesen! Keiner sonst hat so über Trakl zu schreiben verstanden. Der spinnerte Schorsch, so hat Fühmanns Vater Trakl genannt, der im Krieg zusammen mit ihm gedient hat und sich erinnern konnte, wie der spinnerte Schorsch leichenblaß wurde, als sich ein Kamerad lustig machte über seine Poeme.
Winterdämmerung
Schwere Himmel von Metall.
Kreuz in roten Stürmen wehen
Abends hungertolle Krähen
Über Parken gram und fahl.
Im Gewölk erfriert ein Strahl;
Und vor Satans Flüchen drehen
Jene sich im Kreis uind gehen
Nieder siebenfachen Zahl.
Im Verfaulten süß und schal
Lautlos ihre Schnäbel mähen.
Häuser dräu´n aus stummen Nähen;
Helle im Theatersaal .
Kirchen, Brücken und Spital
Grauenvoll im Zwielicht stehen.
Blutbefleckte Linnen blähen
Segel sich auf dem Kanal.
Und so weiter.