Wenn-dann-Ketten zum Anketten des Losen

Es wurde tausendmal gesagt, also neunhundertneunundneunzigmal wiederholt, und dies geschah, um die Information in die Hirne der Millionen zu drücken, und durchaus war es nötig, immer wieder, wieder und wieder dieselben Wörter zu benutzen, ganz so wie in der Schlafeinflüsterungserziehung in Huxleys Schöne neue Welt. Endlich wüßten es alle bis ins Nichtmehrvergessen, und so hätte man Unwiderrufliches erfolgreich implantiert. Nur daß Menschen nicht funktionieren wie konditionierte Labortiere im Bestechungsmodus Futteranreiz. Menschen haben eines Tages die Schnauze voll, haben auch die Parolen satt, werfen das Spielbrett um, verlassen die Versuchsanordnung und atmen draußen erstmal tief durch. Nicht nur die Parolen, auch die Symbole kann niemand mehr ertragen. Je höher die Werbefrequenz, desto tiefer ihr Fall. Wir (ich sage wir) sind ausgekitzelt, müdegespielt, angeödet. Uns gefällt es nicht, informationell bearbeitet zu werden. Wir werden in keinen Feldzug ziehen für das Geld und den Leerlauf der Gedanken und ein dummes Nichts an kitschig und gewinnbringend ausgeplanter Zukunft. Schiebt euch eure flachen Surrogate sonstwohin. Ich lausche dem Reichtum des Regens.


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Wenn-dann-Ketten zum Anketten des Losen

2 Gedanken zu „Wenn-dann-Ketten zum Anketten des Losen“

    1. Was für eine schöne Zeitgleichheit. Als der Kommentar eintraf, hatte ich den letzten Satz des Eintrags bereits gelöscht. Er lautete: „Poeten reicht das.“ Du hast recht: Poeten reicht das ganz und gar nicht.

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