Wie kann man Kafka vor jenen schützen, die ihn bearbeiten, ausnutzen, helfen wollen und beitragen zum neuerlichen und noch besseren Verständnis? Antwort: gar nicht. An Kafka rammeln sie sich einen ab, es gibt keinen Halt. Mit dem Verursacher dieses Rummels, der eigentlich verschwinden wollte in einer Vergessenheit, hat das wenig zu tun. Auch Jesus hätte man vor seinen Jüngern bewahren müssen, sofern man könnte, und späterhin vor den Kirchen und den Gegenkirchen und den Richtigstellungen und Gegendarstellungen. Man soll solche Leute nicht für sich reklamieren. Lassen wir Kafka einhundert Jahre in Ruhe. Er kann nichts dafür, daß wir seiner zu bedürfen scheinen. Erschließen uns Kafka-Texte die unverstandene Wirklichkeit? Mir schon. Doch welche Lehre ließe sich ziehen? Man erkennt schon, ich mag Denkmale nicht. Mir tun die mißbrauchten Protagonisten leid. Kürzlich sah ich Wagner auf einem Sockel überdacht gegen Regen und Schnee und zu starke Sonne auf seinem Platz gegenüber den Botschaften der Länder am Rande des Tiergartens. Machen wir aus Kafka keinen Wagner, lassen wir das bitte sein. Das nenne ich Respekt.
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