Nicht angemessen sprechen zu können ist die Grunderfahrung der Poesie, deren Voraussetzung sogar. Wenn man es einfach so könnte, wäre ja nichts dabei. Die Poesie – damit sind gemeint, die sie zu erschaffen, eigentlich zu erreichen bemüht sind, mitunter sogar mühelos, denn Mühe allein erzwingt keine Sphären. Poeten erschaffen ein Werk, mitunter ist es das ihres Lebens, wohlgemerkt: in anderer Sprache. Ich nenne Poesie die deutliche Sprache und unterstelle, daß die herkömmliche undeutlich genug ist, um an gewissen Stellen verbessert werden zu wollen. Das sind, meiner Einschätzung nach, etliche. Wer sich vertieft, erkennt die Mängel des Allgemeinen. Allerdings gibt es den poetischen Schwindel, die Blümchentapete, das billig Schöne als Kitsch und Kommerz. Immerhin scheint Sehnsucht zu existieren, so daß Schönheit zur Ware taugt. Das Leben ist jeweils besonders und in solchem Sinne kostbar, manche sagen heilig. Poesie ist der Widerspruch gegen Verallgemeinerung und deren symbolische Überwindung.
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