Als ob das eigene Leben hin solle zu etwas, das nicht der Tod ist. Als ob man sich erst noch zu erfüllen habe. Als gäbe es aber eine mächtige Furcht, der zu sein, dem solches (nämlich sich zu erfüllen) aufgetragen ist. Als wäre es deutlich, daß jeder Ausweg und jede Ausrede genutzt würde. Als entginge man sich letzten Endes jedoch nicht. Als sei das ein Spiel, das mit dem Schicksal ausgehandelt wird. Als sei das ein Wettkampf, in dem schließlich keine Position unterliegen kann. Als sei die Wahrheit einzig, was tatsächlich geschieht.
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Kurz gesagt: Es ist wie es ist.
Aber wie ist es denn? Wie verhält es sich mit einem Menschen, sagen wir: mit mir, sagen wir: mit Dir? Was geschieht denn wirklich, also nicht nur faktisch? Wie bist Du gedacht, oder bist Du gar nicht gedacht, sondern nur von Dir selbst gemacht? Es ist, wie es ist? Das läßt sich nicht bestreiten, da sind wir bei normal null. Da bin ich aber nicht. Ich suche oder spüre nach etwas, das sich nicht von selbst versteht. Ich bin darin sehr genau und gehe solcher Spur nach.
Eine Tautologie, zugegeben, aber bei mir läuft es darauf hinaus. Ich bin etliche Jahre älter als Du. Steh ich vor dem Spiegel, kann ich meinen Totenkopf sehen – ohne Furcht, ohne Schrecken und Angst. Die Entropie fordert eben ihren Tribut. Kurzum: Es ist wie es ist. Warum, das können nicht einmal unsere klugen Physiker sagen. Sie stellen lediglich fest, dass und weshalb. Du und ich und die anderen acht Milliarden homo sapiens sind weder gedacht – meintest Du erdacht? – noch gemacht. Von wem denn und wie? Es sei denn mittels GV von Deinen Eltern. Ein Vorgang der Evolution, die aber kein Ziel hat. Allerdings kann man sich selbst eines stecken, viele sogar. Doch wenn man den Wertstein hört, fängt man an zu begreifen, die Natur, das Sein, der große Nobadaddy hat uns zum Narren gehalten. Klingt pessimistisch, ich weiß. Und es hat ja tolle Momente gegeben im Leben, rauschhafte Momente, heilige auch. Hilfreich waren Drogen und Sex, selten Verbrechen. Auch Träume, natürlich. Das Leben sollte intensiv sein. Und schreiben? Wer happy ist, hat es nicht nötig. Obwohl – es kann auch großartig sein, in der Schrift aufzugehen. Das Ungeheuer Zeit wird dann dünn wie ein Schatten. Ich schick Dir eine horen – Ausgabe zu Mario Reis, in der ich ein Essay publizierte, das an diesem Thema entlang schleift. Jetzt werde ich unter die Steppecke kriechen. Morning has broken on.