Trödler

Man hat Dada verlacht und verehrt. Ein Klamauk, mag sein. Aufstand der Dinge und der sprachlichen Laute gegen ihr Zugewiesensein in Eindeutigkeit. Dann kam der Weltkrieg. Der menschliche Geist rotiert, wenn er sich der Wirklichkeit nicht mehr sinnvoll zu verbinden weiß. Es kommt zu Ausfällen und Irrsinnsattacken. Der Preßdruck auf das vereinzelte Bewußtsein steigert sich ins Unermeßliche. Endlich kommt es zu Entladungen, die nicht selten politisch instrumentiert sind.

Eine alte Wette aus den Nullerjahren lautete: Laß uns schauen, wer in welcher Reihenfolge als erstes, zweites und weiteres die Nerven verliert. Damals waren wir naiv, heute sind wir es nicht mehr so sehr. Einige der Gestalten aus jener Zeit sind längst tot, Kreuzberg hat sich systematisch vernichtet. Laufe ich dort lang, das kommt vor, muß ich halb lachen, jedoch nicht weinen. Deshalb nicht weinen, weil es schon damals schrecklich war.

Ich halte nichts von Reservaten. Man kann Dada machen, aber anschließend macht man nicht mehr Dada. Eine Aktion ist irgendwas zwischen Verzweiflung und Selbstpreisgabe. Doch ich mag die Kerzen, die von zwei Enden her brennen. So geht es schneller und heller zuende.


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