Wir kennen das bestens

Eines jeden Leben ist ein persönliches Werk. Es erzählerisch in den Blick zu nehmen war dem 19. Jahrhundert aufgetragen, in schmerzvoller Verzerrung und Verkrümmung dem 20. Seitdem warten wir, was zu tun sein könnte. Schriebe ich RETTET DEN MENSCHEN an eine Hauswand, wüßte niemand so recht damit etwas anzufangen, vielleicht dächte man an die sogenannte Künstliche Intelligenz. Als mir um die letzte Jahrhundertwende klar wurde, daß wir zivilisatorisch an der „Abschaffung des Menschen“ arbeiten, wußte ich nicht, daß es eine Schrift aus den vierziger Jahren gibt, die solchen Titel trägt: The Abolition of Man von C. S. Lewis. Meine Überlegungen jedoch gingen und gehen dahin, daß der Mensch dadurch in Gefahr ist, daß wir ihn objektivieren, reduzieren und funktionalisieren. Ein Mensch wird zum Ding, zur Sache, zur statistischen Größe: ausgeliefert zu bloßem Nutzen. Er wird, um seinen Nutzwert zu bestimmen, in einen Vergleichsmaßstab (benchmark) gezwungen, der genau betrachtet seiner Kreuzigung gleichkommt. Millionen weltweit singen das schaurige Lied ihrer inhaltsleeren Aufopferung für einen Zahlenwert. Man blicke in die Anstalten der sogenannten Bildungssysteme und spreche mit den Betroffenen. Sie sind Insassen, selbst wenn sie das Sagen zu haben meinen.


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