Ich sehe mein Elternhaus wie ein Haus, das ich schön finde, aber nicht zu besitzen wünsche. Es ist kein Haus wie andere Häuser auch, denn ich weiß, was dort vonstatten ging, damals. Ich erinnere mich an die Kühle der Fliesen im Flur, wenn der Sommer da war und alles nach draußen schnellte und wir nicht aufhören konnten zu toben. Patsch patsch patsch barfuß in die Küche, schnell ein Glas Wasser trinken, schnell wieder raus zu den anderen, weiterspielen. Ich lag dort krank im Bett, Nierenbeckenentzündung, sechs Jahre alt, und hörte die Kinder, zu denen ich gehörte, draußen spielen und lärmen. Ich durfte nicht zu ihnen, ich hatte Schmerzen bei jedem Pinkeln und sollte heilen. Endlich war ich einmal heil und endlich wieder frei. Ich kenne jede Entfernung dort und könnte blind die Zimmer finden. Daß es nun in andere Hände gerät, schmerzt mich nicht. Ich laufe weiter und kann niemals zurück. Mein Elternhaus ist ein Kinderhaus. Und ein Wehschmerz fällt mich an zum Abschied.
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Den Weg zurück, ermöglicht das Schreiben. Es setzt auf Erinnerung auf, ruft sogar diee hervor, und wenn es gelingt, ersteht die Kindheit von neuem. Anders, intensiver, phantastischer, frei von physischen Schmerzen. Ich denke an Bruno Schulz.
Ja, das denke ich auch, ahne es vielmehr. Die Träume geben mir Auskunft. Immer häufiger spielen sie dort, von wo ich stamme. Als würde ich zurückgeführt.