Daß mir Zeit stets genommen, kaum je gegeben ist – lautete ein eingeübtes Vorurteil. Seit dem letzten Winter verhält es sich umgekehrt. Eine Woche wird zu einem Monat, dehnt sich aus zu einem Jahr (Übertreibung). In Hülle und Fülle stehen die Zeiteinheiten bereit, gestaffelt nach Sekunden, Minuten, Stunden und so weiter. Sie gehen mir nicht auf die Nerven. Das hat damit zu tun, daß ich frei habe. Das hat damit zu tun, daß ich frei fühle und denke und lebe. Das Herz schlägt ruhig, zählt sich nicht.
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Stehen bleibt sie trotzdem nicht, und so gut es einem momentan auch gehen mag, führt sie Übles mit sich.
Ich mag antworten. Was Zeit ist, erfahren wir an Körper und Geist, vor allem in der Natur. Wir sind Natur. Mir ist manchmal schon, als gingen die Zeiten durch mich hindurch. Ich sitze manchmal mittendrin und bin zugleich abseits und aufgehoben. Als ich aber todkrank war oder glaubte, es zu sein, war ich wie gelähmt und erstmalig außerstande, irgend etwas Schönes zu erkennen. Das war schlimm. Mit der Zeit läßt sich intellektuell spielen, bis sie einen einholt. Doch was ist Zeit? Wir kriegen es nicht hin. Das gefällt mir. Ich weiß, daß ich sterben werde. Doch Leben ist frivol. Man soll es feiern.