Boxhagen

Meistens kommt man ja gar nicht ins Denken. Ich kenne auch kaum jemanden, der solches tut. Nicht einmal die Professionellen tun es. Was geschieht stattdessen? Stattdessen wird geglitten, geritten, gerutscht, geschnuppert, verfolgt, gewedelt, aufgegegriffen (apportiert), kommentiert, analysiert, paraphrasiert, kopiert. Doch es verläßt nicht die Box. Oder es verläßt die Box und springt über in die Nachbarbox, die Gegen-Box, wo es gut aufgehoben ist, denn die Boxen stecken in einer noch größeren Box, und das bedeutet: systemisch. Systemisch bedingt man sich, also versteht man sich. Selbst wenn man sich nicht versteht, versteht man sich. Umkehr der Abneigung. Fast schon Zuneigung, jedenfalls Abhängigkeit. Man teilt Zeit, Problem, Ort (nimm es nicht zu genau), Zugang, Ansatz, Attitüde – nicht zuletzt die Klasse, das Milieu, die Distinktion. Sogar die Wünsche für das eigene Fortkommen in sogenannten Karrieren ähneln sich. Was ist Karriere? Rennbahn, Lauf, Fahrt, Erschöpfung. Derart ermüdet bleibt keine Zeit für das Denken, selbst wenn es bezahlt würde. Denken als berufsmäßiger Zwang ist kein Denken, es ist irgendwas anderes. Vielleicht ist es Häkeln. Das wäre hüsch und verdiente Rührung.


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