Zypressen-Wolfsmilch

Es gibt Glückstage. Eins geht ins andere über, alles flutscht, funktioniert von selbst. Man muß nur noch mitmachen, Strömung nutzen, Rückenwind verstehen. Weiter und noch weiter, unmöglich ist ein seltsames Wort. Manchmal gerate ich in Glückstage nach Zeiten der Pein oder des Unverstehens. Dann ist mir, als hätte wenigstens der Tag mich verstanden und auch aufgenommen und geleitet. So stellte man sich früher seinen Gott vor. Mir geht es jedoch nicht um Gott oder Tag, sondern um Wirbel und Strömungen, Phasen und Abfolgen, Ablösung und Neubeginn sowie die Zwischenzeiten. Wie ausgesteuert wir sind! staune ich ins Nichts, das Nichts der Nihilisten. Nihilisten sind enttäuschte Gläubige, die gläubige Enttäuschte geworden sind. In der sogenannten Natur sind Nihilisten stumm, man könnte auch sagen fassungslos, oder grundlos, oder verloren. Das macht ja Mut.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Zypressen-Wolfsmilch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert