Ich erhole mich vom Leben durchs Schreiben. Indem ich es sage, banne ich das Schlimme. Das Schöne und das Wahre feiere ich in Worten in immer neuen Anläufen, denn niemals ist das Leben alt. Ich werde nicht aufhören, mich darüber zu wundern: daß etwas ist (in solcher Fülle und Pracht) und nicht vielmehr nichts. Deshalb zürne ich den Menschen, die sich an der Pracht und Fülle des Lebens vergehen. Sicher vergehen sie sich auch an sich selbst. Siehe nur ihre armseligen Gärten und Gedanken. Sie machen alles klein und dumm. Das Viele ergibt unter ihrem fruchtlosen Bemühen keine Fülle, sondern bloße Zählbarkeit. Wie konnte es kommen, daß wir den Quantitativen die Herrschaft überließen? Wir leben in vollständiger Entgeisterung und haben es noch immer nicht genug bemerkt. Das Leben kann sich jederzeit erholen.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.