Kühe muhen, Schweine quieken, Getreide knistert

S.G. Goodman kommt vom Bauernhof, ich habe es sogleich gedacht. Seit zwei Jahren höre ich ihre Songs, manchmal oft, dann wieder nicht. Jedesmal berührt mich etwas, das ich nun verstehe. Es hängt damit zusammen, daß wir aus ländlicher Gegend stammen und dort das Leben lernten, als Farmerstochter oder als Bauernsohn. Hinzu tritt das Religiöse: sie wurde in Kentucky baptistisch erzogen. Ich bin zwar konfirmiert, doch konfessionell ungebunden. Scheint so, als könnte ich spüren, daß jemand nicht der leeren Norm entspricht. Soeben erschienen ist ihr neues Album, Planting by the Signs. Ich habe noch nicht gehört. Doch ich weiß, daß aus solcher Herkunft eine doppelte Abwehrhaltung erwächst. Zunächst und allererst gegen die der Herkunftsbestimmung, zweitens aber und später wichtiger die gegen die Einvernahmungsautomatismen der modernen Welt. In solcher Spannung zu leben erzeugt Streß. Künstlerisch geht das aus.


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