Sie sagen der Tod, und dann ist Schluß. Das klingt wie eine Erleichterung. Sie wäre zweifellos verdient. Man möchte sich nicht länger quälen. Endlich einmal soll Schluß sein und Aus die Maus. Daß darauf kein Verlaß ist, quält die Bewußtseine. Es sei denn, man wäre sich sicher.
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Meinst Du denn, Holger, nach Herzstillstand und Gehirntod ginge es immer noch weiter?
Ich weiß es nicht. Niemand weiß es. Der abgelebte Körper nährt die Destruenten, das ist schon mal ganz gut. Ich lasse die Türen zu solchen Räumen offen, schließe sie nicht. Wenn ich was nicht weiß, halte ich das aus. Von mir aus können solche Fragen weitere zehntausend Jahre in der Schwebe bleiben. Wir werden ja erleben, was es mit dem individuellen Tod auf sich hat. Er freue sich auf sein letztes Abenteuer, soll der steinalte Ernst Jünger gesagt haben, er starb mit 102.
Ich würde Jünger fragen, was er meint mit dem letzten Abenteuer. Sterben? Den Tod selbst? Er nannte ihn den dunklen Kontinent, aus dem niemand wiederkehrt. Schöne Metapher. Aber was soll das heißen? Dass der Tod Grenzen hat, sonst wäre er ja kein Kontinent. Und dass man dort der Dunkelheit wegen nichts oder kaum etwas sieht. Du sprichst von Räumen mit Türen. Auch eine Metapher. Frage: Was für Räume und was für Türen? Daraufhin die „Schwebe“. Spricht nicht für denken. Zuletzt noch: „letztes Abenteuer“. Ich habe noch nie ein Abenteuer erlebt, außer beim Lesen und Filme gucken. Wie kommts? Abenteuer setzen voraus 1. eine Dramaturgie, 2. dass man daneben steht, es einen nur scheinbar betrifft, oft zu Laugenbrrezl und Bier. Sprache geht sich leicht selbst auf den Leim. Auch ne Metapher, ich weiß.