Augenblick, Moment, Gegenwart

„Jetzt ist schon vorbei“, steht an der betonierten Unterführung. Das alte Jetzt ist fort, doch schon ist ein neues da. Immer ist jetzt, dauernd ist jetzt. Jetzt hört gar nicht mehr auf. Daß das jeweils alte Jetzt verschwinden muß, liegt in seiner Natur als Jetzt. In seinem Verschwinden liegen Wert und Würde des Jetzt, falls das nicht zu pathetisch klingt.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Augenblick, Moment, Gegenwart

4 Gedanken zu „Augenblick, Moment, Gegenwart“

    1. Das ist einer der traurigsten Sätze, die ich je gehört oder gelesen habe. Nur dem Augenblick gebührt die Ewigkeit, siehe das Nunc stans der Antike. Die Liebenden wissen es, die Verzückten, die Künstler sowieso. Daher die Gemälde, die Gedichte – alles Augenblicke.

  1. L.L. schreibt:

    Ich denke, da reden wir aneinander vorbei. Das Nunc stans basiert durch die Philosophiegeschichte hindurch in allen Möglichkeiten auf das, was Mephisto nicht versprechen konnte, nämlich auf das Verweile doch. Auch das Ausser sich sein, auch die Vita activa ist dazu nicht in der Lage. Durch die Bank Konstruktionen, meist metaphysische dazu. Vielleicht (vielleichtchen) kommt dieses Privileg einer Ausnahme zu, nämlich dem Idioten. In „Schall und Wahn“ versetzte sich Faulkner in einen. Traurige Geschichte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert