Die Weite

Sternenhoch werde ich schauen, bis die Augen schmerzen. Die Schafe sind im Stall, daß der Wolf sie nicht hole. Im Saal summt die Kühlvitrine ihre einzige Melodie. Gerüche auf dem Land. Was hat man mit den Bauern getan? Gewaltige Maschinen, John Deere und die anderen. Die Apfelbaumallee entlang durch zermatschtes Obst und surrendes Insektenvolk. Die Natur ist eine Verschwenderin. Hier draußen unter Sternen und Wölfen ist Berlin kaum denkbar. Wer weiß, ob es die Stadt noch gibt. Man hätte von ihrem Untergang in der Zeitung gelesen oder im Radio erfahren, auf einer Autobahnraststätte unterwegs beim Zahlen des Tankinhalts oder im Tante-Emma-Laden ohne Personal, wo Musik und Nachrichten laufen, damit man sich nicht fürchten muß als einziger Kunde. Kommt ein Trecker die Straße entlang, grüße ich hinauf zur Fahrerkabine, als sei ich noch immer einer von ihnen, und das ist nun wirklich gelogen. Die große Stadt fürchte ich nicht. Ich weiß etwas, was sie nicht weiß.


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