Reservatiert, exkommuniziert, entmumifiziert

Nach den Verheerungen der letzten Jahrzehnte liegen die Leute verstreut und hingestreckt in ihren jeweiligen Anwesen herum, man könnte sie als Meinungsreservate bezeichnen, und senden sich nun allmählich wieder zuversichtlich-schüchtern Morsezeichen. Einmal muß es ein Ende haben mit dem Getrenntsein und Getrenntwerden. Die Interessierten spielen wie ungestört ihre üblich gewordenen Ein- und Auskommensspiele auf hohem Risiko, die Bevölkerungen haften für die fahrlässig agierenden Eliten. Jeder weiß das. Kommt jemand mit einem Ismus um die Ecke, sieht man die Menschen fliehen. Plötzlich gibt es wie in einem historischen Flashback nur noch Rechte und Linke, selbst im Denken ansonsten vernünftiger Typen. Daß es überhaupt gelungen ist, solche Archetypen der Zeitgeschichte zu entmumifizieren und als Untote durch aktuelle Debatten und Diskurse gespenstern zu lassen, macht stutzig. Man müßte an Dämonen glauben, wollte man solchen Budenzauber als Wirklichkeit anerkennen. Daß die vereinigten Zivilisationen von Gaia ihren selbstverschuldeten Untergang als Satire veranstalten möchten, nimmt dagegen nicht wunder.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Reservatiert, exkommuniziert, entmumifiziert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert