Geschichte der Gewalt

Wenn in einer Familie etwas angelegt ist, dann wird es erscheinen und sichtbar werden, zur Not katastrophisch, bestenfalls kathartisch. Spannungen, Konflikte, Ungereimtheiten. Wir Lebenden handeln im Auftrag, ohne es zu wissen. So setzen wir Begonnenes ahnungslos fort. Das mag ein Bedauern hervorrufen, doch damit ist nichts getan. Wer hinsichtlich seiner selbst und der Familie, aus der er stammt, unvoreingenommen zu werden sich bemüht, könnte in die Nähe eines Verstehens geraten, das aus Gefühl besteht und warmem Wissen. Nur das warme Wissen kann verzeihen. Meistens haben sie, die Alten und Verstorbenen, sich ja Mühe gegeben, so wie wir uns meistens Mühe geben. Niemand ist dauergut, übrigens würde er uns langweilen und ankotzen. Zeit heilt nicht nur Wunden, sondern sorgt für Perspektiven. Man kann mit sich selbst umgehen, wie man möchte. Scheint es. Besser wäre es, man wüßte, was die Altvorderen getan und gelassen haben. Dazu läßt sich verhalten. Sich nicht verwechseln mit einem der Geister oder Gespenster. Wir sind jeweils neu. Das Leben initiiert uns, doch nicht zu einem Mitgefangen-Mitgehangen.


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