Blicke

Mir ist, um das noch anzufügen, als nähmen die Religionen Gott nicht ernst. Zwar unterstellen sie sich einem Willen, wie vielfach bekundet wird, doch verharren sie in Ritualismus. Sie könnten nur mit Not plausibel erklären, warum ausgerechnet ihre Gottesversion die richtige ist. Sie operieren mit Argumenten der Herkunft und Überlieferung. Dem sei so, intellektuell ist es dürftig. Mir ist, als könnte längst verstanden sein, daß Gott anders zu konzipieren ist als noch vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Daß Gott ein Konzept ist, wird Widerstände hervorrufen. Auch das liegt in der Ordnung des Verstehens. Wie nennt man das Größte, das uns enthält? Welt oder Universum, höre ich. Doch was soll gemeint sein mit Sinn, Wahrheit, Schönheit, Qualität? Lediglich menschliche Attribuierungen oder Projektionen? Okay, fragen wir weiter: Woher kommen die? Ich höre bereits die Rasenmäher, die schneiden auf eine Höhe. Man hört schon recht gut, wenn man annimmt, daß ich Gott und die Götter gegen die Vereinnahmungen der Religionen verteidigen möchte. Was können wir sinnvollerweise unter Gott verstehen?


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