Brand im Tunnel der Untergrundbahn 7 an der Station Yorckstraße. Ich steige vom Westeingang hinunter, dort kommen sie mir aus dem Rauch schon entgegen. Einen kurzen Augenblick überlege ich, mir das näher anzusehen – Reflexe des Journalisten, des Reporters, desjenigen, der nicht wegläuft. Der Rauch dringt nicht allein durch die Nase in die Lunge, er schmeckt auch. Ich schmecke ihn am Gaumen, mittig oberhalb der Zunge. Ich nehme den Bus Richtung Mehringdamm. Selbst dort, zwei Stationen weiter, schmeckt es bereits nach Brand. Die Wartenden merken es nicht. Die Bahn fährt ein, kommt von dort. Im Waggon sitzen sie und halten sich Tuch oder Stoff vor die Nase. Sie sind da mitten durch, der Fahrer des Zuges (ich sehe ihn kurz) blickt stoisch geradeaus. Noch drei Stationen bis zum Ziel, nächste Station Gneisenaustraße. Die Türen öffnen sich, schließen. Wir können jetzt lüften, sage ich den Leuten im Waggon, das Feuer liegt hinter uns. Man spricht nicht zu allen in diesen Bahnen, es sei denn, man bettelt. Schließlich wächst aber das Vertrauen und nacheinander werden die Kippfenster geöffnet. – Jetzt, mehr als zwei Stunden später, schmecke ich den Rauch noch immer.
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