Januarmenschen

Der Januar, da ich in ihm lebe, erscheint mir plötzlich und unerwartet wie eine Ruhemonat, wie ein Schlafmonat, also auch Tieftraummonat. Früher nannte ich ihn vielleicht das schwarze Loch des Jahres oder Debakel eines eingebildeten Neuanfangs. Nicht diesjährig – nun erst setzt er sich in mir ins Recht. Ich empfinde die Menschen um mich herum als angenehm müde. Das scheinbar Automatische, das Reflexhafte, das Einstudierte meinetwegen, das Konditionierte – sie funktionieren, und so könnte man auf die Idee kommen, man hätte einen Menschen im Vollbesitzt seiner jeweiligen Möglichkeiten vor sich. Das ist nicht ganz richtig, fast schon vollkommen falsch. Man hat einen Januarmenschen vor sich, selbst ein Januarmensch seiend. Kein Makel, doch zu wissen schadet nicht.


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