Filmrolle rückwärts

All diese Leute in laufenden Bildern aus Geschichten in unvertrauten Gegenden, die einen nichts angehen, bis man sie bearbeitet und zurechtgeschnitten vor Augen hat, Film auf Film, bis man vergißt, wo man mit den geleiteten Augen und Ohren bereits war, die übrigen Sinne schweigen und bleiben, wo sie sind, nämlich hier, wo ich wirklich und täglich lebe, nicht nur für neunzig Minuten. All diese bildhaft und bewegt vorgeführten Leute versuchen irgendwas, bis es gelingt oder mißlingt, und suchen wohl auch nach etwas, das durchaus dem ähneln könnte, wonach ich suchen wollen würde, wäre ich so wie diese Leute auf dem Bildschirm. Ich bin es aber nicht. Früher einmal hätte ich sein mögen wie einer dieser heldenhaften Leute, heute möchte ich mit niemandem tauschen. Man wird nicht umsonst älter. Filme bestaune ich wie abwegige Möglichkeiten oder unzulängliche Gegebenheiten. Nur manchmal noch identifiziere ich mich, dann wird es warm, vertraut und schön.


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