Sogenannte Spannung

In den Filmen, die geschaffen wurden, damit wir Menschen dabei zusehen, wie sie zu leben und überleben sich mühen, unterlaufen den vorgeführten Profis erstaunliche Fehler. Der Held, ein in den Ruhestand versetzter Ermittler, weiß, daß „draußen“ jemand ist – auf ihn wartet, ihn beobachtet, ihn provoziert. Dennoch sitzt er nachts bei halbgeöffneter Jalousie, schaut auf den Bildschirm seines veralteten Laptops und handelt komplett irrational, als er vor seinem Haus im Garten oder auf der Straße ein verdächtiges Geräusch vernimmt. Er schaut durchs Fenster aus dem Hellen ins Dunkle – und sieht naturgemäß nichts. Die Reaktion eines echten Profis fiele komplett anders aus. Auch laufen die Leute in diesen oder solchen Filmszenen nachts aus ihren Häusern und stöbern bei offener Haustür im vollen Licht ihrer Erdgeschoßwohnungen im Garten, Hintergarten oder auf der Straße herum, gern auch mit Taschenlampe. Was soll man von solchen Vorführgestalten halten. Meistens mag ich sie ja. – Ich mache mit, aber die Filmleute sollten es auch.


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