Faustformel Suffix

Meistens war ich zu aufgeregt, um klar sehen oder erkennen zu können. Ich staunte an der Pracht der Themen empor. Jedes Phänomen einer Hervorbringung des menschlichen Erfindungsvermögens, insbesondere hinsichtlich einer übersichtlichen Theoriebildung, flog meinem Anbetungs- und Verehrungsbedürfnis zu. Ich war wie geschaffen für die Ismen der Zeit. Daß ich mich nicht gewinnen ließ und in keine Gefolgschaft trat, rechnete ich mir an, wäre ich der Überzeugung, die Entscheidung läge allein bei mir. Sie liegt es nicht. Woher kommt dieses ‚es‘? Auch in der Sprache, insbesondere in ihr, liegt Wissen. Deshalb müßte man die Sprachreformer warnen, ob sie denn wissen, was sie tun. Ich bin nicht ganz mehr so aufgeregt wie vor vierzig oder dreißig Jahren, doch bebt die verstörende Erregung der Theorien nach, die Götzen waren, also Pseudogottheiten. Ihre Funktion bestand offenbar darin, Angst einzuflößen, Schrecken zu verbreiten und diejenigen zu verbrüdern und zu verschwistern, die Angst einflößen und Herrschaft ausüben wollten. Mir ist kein guter Ismus begegnet. Hängt -ismus hinten dran, wende ich mich ab. Und die Kunstrichtungen? Ja, doch was wären sie ohne das jeweilige Werk, das auch ohne Ismus wird bestehen müssen. Daß die Kunstavantgarde heilsgeschichtlich aufgeladene Pamphlete zu verfassen versteht, entspricht ihrer totalitären Intention. Kunst kommt vom Künstler, Können von Gott. Von da aus dann weiter im Denken und Meditieren.


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