Gewiß zu billig

Berlin. Hier herrschen andere Druckverhältnisse. Ihnen sich gewachsen zu zeigen im Wandel der euphemistisch Herausforderung genannten Zumutungen bedarf eigener Methoden. Das Elend lagert hier unverborgen, ist unübersehbar in Straßen und Bahnen, auf Plätzen, in Parks, drückt in die Situationen eines jeden Tages. Liegestühle auf der Kastanienallee, nicht zu kalt, man kann sich der Sonne zeigen, einen Drink zu sich nehmen. Gegenüber, keine zehn Schritte entfernt, liegt einer im Rinnstein, an dem poltern die Straßenbahnen vorbei. Man ist hilflos, ratlos, manche sind noch fassungslos – was immer das heißen mag. Geht das so weiter, steigen wir über Leichen. Man kann hier besuchsmäßig im Regierungsviertel herumspazieren und sich die Gebäude aus Geschichte und Gegenwart zeigen lassen, verfassungsmäßig Institutionen verstehen lernen, den elegant-eloquenten Fremdenführern lauschen, wie Demokratie funktioniert im besten Deutschland aller Zeiten – mit Hinweis auf die Geschichte, aus der dieses aktuelle sich aus den Vorgängermodellen entwickelt oder herausgequält hat. Das Kanzleramt wird ausgebaut.


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