Nacht im Tunnel, Warten auf den Zug. Stimmen lauter Gruppen, die sich Ostern in Berlin amüsieren. Die einzelnen Gruppenmitglieder nennen sich untereinander „Bro“. Zwei Minuten noch, verspricht die Anzeige. „Gruppenselfies, fotografiert mit dem iPhone17pro“, sind plakatiert, die geflieste Wand lang auf beiden Seiten des Schachts. Kurz darauf: In der Bahn erklärt der Bettler, auch wenn kaum jemand zuhört, daß sie Menschen wie alle anderen sind, mit dem Unterschied, daß sie dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr um ihr nacktes Überleben kämpfen müssen. Man wird behandelt wie ein Krimineller, sagt er, oder wie der letzte Dreck. Die meisten der Fahrgäste haben Musik auf den Ohren oder dämmern vor sich hin, weiter hinten sind welche noch nüchtern genug, um sprechen und lachen zu können. Wir leben aneinander vorbei.
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