Saftlos, kraftlos, fast schon hoffnungslos.
Der April zieht seine Pflugschare durch die mürben Körper der Winterüberlebenden, den Vorjahreswracks eines angekündigten und mehrfach aufgeschobenen Neubeginns. Immerhin grünt es. Die neun Bäume des Spitzahorn entlang der Friedhofsmauer zum Großen Feld, deren rote Ziegelsteine sich mit Wärme aufladen während eines Tages mit direkter Sonneneinstrahlung. Nachts noch spürt man die lebenspendende Wärme.
Saftlos, kraftlos, fast schon hoffnungslos.
Die Kräfte sind genommen. Den Winter kann ich schaffen, das Frühjahr überlebe ich schwer. Das mag eigenwillig klingen oder sonderbar umständlich derart, als wollte sich jemand interessant machen. Stelle er sich nicht so an! Tatsächlich ergeht es mir Jahr für Jahr wie beschrieben, eigentlich sogar unbeschrieben. Denn ich habe bisher nicht einmal das Mindeste gesagt über diese fürchterliche Zeit der Hoffnung.
Saftlos, kraftlos, fast schon hoffnungslos.
Nächstes Jahr mache ich weiter, setze meinen Singsang des Zugrundegehens fort. Kein Wunder, daß sich im Mai die Leute umbringen. Ich würde es im April tun. Ob das jemand versteht, ist unwichtig. Ich schaue auf die aktuelle Hervorbringung der Lavalampe: ein abgesägter Knochen des Gebeins, zwei Markkanäle. Ich denke an Eisbein. Die Schlachtereien des Lebens. Möge es Mai werden. Den Lebensjubel werde ich anheften.
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