Schärfer stellen 2

Manchmal trage ich Sorge, daß Texte mißverständlich sein könnten oder mißverstanden werden. Dann versuche ich mich zu beruhigen, nämlich dahingehend, daß die Mißverständnisse zum Leben gehören wie die Fehlverbindungen oder das Verpassen eines Anschlußzugs. Nicht angenehm, nicht sonderlich schlimm. Wer schreibt und veröffentlicht, darf lernen, die Kontrolle abzugeben. Kontrolle handelt von Angst. Ängstlich zu veröffentlichen ist eine wacklige Operation, einen Text jedoch in alle denkbaren Richtungen auf die Möglichkeit eines Eindringens von Mißverständnissen abdichten zu wollen ein Akt der Unmöglichkeit. Wo Wörter sind, wächst die Gefahr der Fehlverbindungen. Zugleich können sie solche zeitweilig ausräumen. Die warme und bestimmende Macht hinter den Worten ist das Entscheidende.


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