Ein Tag, der gut begann. Ein paar Ideen, ein paar Sonnenstrahlen. Eine Blume umtopfen, den Ofen reinigen. Sinnvolle Tätigkeiten, ein Erfülltsein im Gegenständlich-Lebendigen. Ich schrieb ein paar Zeilen zum vorherigen Tag, traute mich sodann an eine handwerkliche Aufgabe und vermochte sie zu lösen. Wie dramatisch ich die sogenannten Probleme nehme – ich lache nun schon selbst. Es begann zu regnen, ich ging spazieren unter einem Regenschirm. Der Geldautomat gab Geld aus, ich trank ein Flaschenbier in der Bar der Angst und des Glaubens. Etwas in der Luft hatte sich draußen verändert, die Feuchtigkeit zugenommen, ich ging langsam. Ein Tag kippte um. In der Bar spielte sich der Sonntagnachmittags- und vorabendblues: lang, schwer, ausweglos. Zäh verlief die Zeit, man hätte Klebstoff aus ihr formen können. Ich bin für die Gründung eines Selbstmörderklubs und werbe für den Eintritt, ich selbst bin längst Mitglied. Es wunderte mich nicht, beträte jemand das Lokal und schösse uns alle über den Haufen. Zum Glück geschah nichts dergleichen. Ich lief zurück nach Haus und sah ein wenig Fußball, wenigstens dort wurde gesiegt.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.