Strahlende Augen

Ein Tag des romantischen Sommerregens. Es plätschert in den Rinnen, es gurgelt in den Gullys. Das kleine schwarze Mädchen steht an der Eingangstür zum Foyer der Volksbank und begrüßt die Gäste. „Ah, da kommt ja noch eine Dame“, ruft sie und öffnet die Tür. Die Frau freut sich und steuert auf einen der Geldautomaten zu. Wir stehen und warten, daß der Regen nachläßt. Das Mädchen jubelt: „Das ist sehr viel Wasser – wie im Schwimmbad!“ Sie spricht mit den Wartenden: „Haben Sie denn keinen Schirm dabei?“ „Leider nur den einen“, sagen die, die zu dritt sind. „Wie kann man ohne Regenschirm aus dem Haus gehen, wenn man weiß, daß es regnet?“ möchte sie wissen. Schon nähern sich neue Gäste. „Kommen Sie bitte in mein Haus, zwanzig Leute haben Platz, mehr aber nicht!“ Ihre Mutter lächelt, läßt die kluge Tochter, die vielleicht zehn Jahre alt ist, gewähren, da sie sieht, daß sie uns alle froh stimmt. Selbst der Wachmann auf seinem Klappstuhl strahlt. „Oh oh, so viele Leute dort draußen“, ruft sie nun, „das sind ja mehr als hundert. – Wir sind nur zwölf.“ Nun läßt der Regen nach. Wir verlassen den Raum. Das Mädchen hält die Tür auf und verabschiedet einen jeden von uns: „Schön, daß Sie mich in meinem Haus besucht haben! Einen schönen Tag!“


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