39 minus 5

Das Haus verlassen und in den warmen Körper der Luft eingetreten. Nur noch 34°C im Schatten, doch die Straße ist aufgeheizt und voller halbverrückter Menschen. Vor dem Wettbüro tanzen sie, die Musik kommt aus einer Boombox. Es wird gelacht und gestritten, und der, der manchmal schreit, schreit auch jetzt. Sein Blick geht ins Weite der unabsehbaren Gegenwart, er erkennt mich nicht. Vor den anderen Geschäften, Cafés und Spätkaufstellen sitzen sie und rauchen, trinken Tee, spielen. Während ich den Weg zum Billigsupermarkt einschlage, stelle ich mir vor, ich sei verschluckt worden und befände mich im Inneren eines Wesens, dessen Körpertemperatur etwa der unseren gleicht. Haben nicht Wale bereits Menschen ausgespuckt, die sie versehentlich ins Maul bekamen? Mythen in Tüten. Ich habe eine aus Jute dabei, in die kommen die Bierflaschen, die ich erst kaufen und dann trinken möchte, wenn es nicht mehr so heiß ist. Auf dem Rückweg erkennt mich der, der manchmal schreit, ich nicke ihm zu. Seit ich ihm einmal Geld geliehen habe, mag er mich. Hey Chef! ruft er mir nach. Im Billigsupermarkt schrillte unaufhörlich der Feueralarm, die Kassierer nahmen es stoisch. Nichts brannte, es war nur heiß und stickig. Die Technik weiß nicht alles. Also warten, bis die Feuerwehr kommt? wiederholte die Mitarbeiterin am Diensttelephon die Anweisung aus der Zentrale. Geht das jetzt noch zwei Stunden so? fragte der Kassierer. Über die Schulter gelegt trug er ein Frotteehandtuch, mit dem wischte er sich den Schweiß von der Stirn. Wir erleben hier doch sonst nichts, erwiderte sein jüngerer Kollege.


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