Wer sind die? 2

Wäre ich eine Kirsche und man pflückte sie vom Baum, bisse begierig und unbedacht ins süße Fruchtfleisch, bekäme man es mit dem Kirschkern zu tun. Da ich keine Kirsche bin, läßt sich der Kern nach Genuß der Süße auch nicht ausspucken.

Wir sind Menschen, begleiten einander, lassen uns nicht nehmen. Daß es versucht wird – geschenkt. Möge ein jeder nach eigener Möglichkeit und auferlegter Bedingung wachsen und erblühen.

In uns pocht das Leben wild und frei, eine Zeitlang doch wohl schon. Dann zähmen sie ein und verwandeln uns ins Nützliche. Was zuvor als unnütz anzusehen war? Wie bedenken wir die eigene Natur, sofern wir bereit sind, auf Schmeicheleien zu verzichten?

Wir hören sagen: Das ist ein kultivierter Mensch. Spräche man auf solche Art von mir, könnte ich mich freuen. Zum anderen Teil müßte ich mich fragen, ob ich etwas falsch an mir machen ließ.

Woher rührt dieser Zwiespalt? Doch wohl daher, daß die Balance nicht stimmt. Wir sind keine Zirkusäffchen, keine Automaten. Natur und Kultur des Menschen werden ständig neu austariert, Aufgabe einer Zivilisation. (Ich lese das Wort Leihmutter …)


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