Nördlich Oslo, damals

Da es nun kalt ist, ausdauernd kühl im Sommer in Berlin, sitze ich nachts am Schreibtisch und entzünde ein Kerzenlicht wie in Winter und Herbst. Ein lebendiges Licht soll wärmen. Ich stoße mich an ‚Schreibtisch‘. Was für ein idiotisches Wort! Dafür ein Ausrufezeichen, so sehr ich Ausrufezeichen meide. Die Nacht ist mild und weit. Ich würde mit Schreibtischen werfen, stünde mir das zu. Einst haben wir das erlebt, Anfang der Neunzigerjahre in Norwegen. Da gab es ein Fest, man hörte die Stimmen der Gäste. Das Haus, in dem sie feierten, lag weit oberhalb der Landstraße, die entlang des Sees nach Norden führte, fort von der Hauptstadt. Plötzlich krachte es, und die Autos bremsten oder wichen aus. Die Feiernden warfen Tische, Stühle, Geräte auf die Straße – von dort oben, wo sie feierten und tobten. In hohem Bogen folgten sonstwelche Gegenstände. Die Straße war kaum befahren, doch die Ansammlung an Hausrat wuchs und wuchs. Was man aus dem Fenster werfen kann, landete dort unten. Die nachfolgenden Autofahrer umkurvten das Ergebnis solcher Ausmistung und fuhren weiter.


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