Ich war auf Mondsuche. Einmal hing er neben der Keksfabrik kaum über der Horizontlinie, als traute er sich nicht hervor ob seines Aussehens, eine halbe Stunde später stand er über den Dächern des südöstlichen Blickfeldes und schimmerte matt in der Farbe verblichener Hoffnung. Ich nickte ihm zu und nahm mir vor, endlich Sizilischer Brief an den Mann im Mond von Ernst Jünger zu lesen. Ich bin nicht mondsüchtig, doch unsere Mutter war somnambul, eine Schlafwandlerin. Das hörte auf, als sie erwachsen war und Kinder gebar. Liest man nach, was die derzeitige Forschung darunter zu verstehen vermag, ist man unterrichtet.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.