Gespräche mit deutschen Menschen geraten fast unweigerlich ins Trostlose. Mit Depression ist nicht zu beschreiben, was ich erlebe und erfahre. Ich würde das Niedergedrücktsein austauschen wollen gegen: Aussichtslosigkeit, Eingesperrtheit, Hoffnungslosigkeit. Vielleicht ist Festgefahrenheit das beste Wort. So stecken sie fest im Treibsand des Geschehens und orgeln die Apparate hoch. Man weiß, daß man Gutes und Richtiges wollte. Doch es stellt sich nicht ein. Keinerlei Begeisterung mehr, und ohne Begeisterung offenbar kaum mehr Geist. Welcher Spirit könnte helfen, woher sollte er kommen? Früherfrüher war es interessant, mit einem Kinobesucher aus Kolumbien zu sprechen, einem Philosophen, er forschte zu Kant und interessierte sich für Deutschland und dessen schwierige Geschichte. Irgendwann Ende der Neunziger an einem anderen Ort. Schon damals fand ich die Deutschen meines Alters fragwürdig – sie waren so langweilig. Langweilig heißt: vorhersehbar in den Reaktionen, eingeschränkt in den Aktionen. Das ist geblieben, hat sich verfestigt. They’re fucked, würde ein Außerirdischer sagen. Krisen sind gut.
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