Traumdeutung

Eine warme, raumausfüllende Müdigkeit. Was mache ich mit der? Sie kam in Worten, ich habe sie hier abgeladen. Es gibt auch eine kalte Müdigkeit, ich ordne sie den Gewaltmärschen und den Straflagern zu. Daß die Menschen ihren Schlaf benötigen, tröstet. Selbst dem Despoten krabbelt die Fliege über die Stirn, eine Spinne seilt sich ab und trinkt Speichel aus dem geöffneten Mund des Allmächtigen. Es gibt Tage, die leben sich wie tiefergelegt. Die Aufmerksamkeit ist dunkler und gedämpfter. Als liefe das Bewußtsein über schwere Teppiche, auch die Wände wären mit bemalter Leinwand bespannt. Schummriges Licht wie zu Zeiten bürgerlicher Gemütlichkeit und verschwiegenen Seelenleids. Stattdessen nun die Schlagkälte nackter Räume im Ausgeleuchtetsein bis auf einen Rest. Dieser durch Verätzung eingeschrumpfte Rest verkrümelt sich in die hintersten Winkel der methodisch erfaßten Person. Es soll kein Geheimnis geben.


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