September logisch, die Melancholie springt mich an. Süßes, weiches, verführerisches Ungeheuer. Am Weintraubenstand vorüber, an den Straßencafés vorüber, an den Jauchzenden und Schmachtenden vorbei. Türen öffnen, Einkehr halten, zuhause sein. Die Gegenstände grüßen, das Licht entfachen, ausatmen. Den Duft des Gulaschs einatmen, dem Tier danken, das gestorben ist. Rituale des Lebens. Leben ernährt sich von Leben. Übermorgen wird in dieser Stadt politisch gewählt. Für das Wahlrecht starben Menschen, allein deshalb wähle auch ich, und sei es das geringste Übel. Ich denke an den Film von Agnès Varda, Vogelfrei. Da lernte ich Sandrine Bonnaire kennen, ich verliebte mich auf der Stelle (im Kino). Filme können das. Herumstreunen, abgewiesen werden, auf Glück angewiesen sein. Man stirbt dort draußen ohne Dach über dem Kopf und jenseits des für die Bürger gesetzten Gesetzes. Man müßte im September geboren sein, dachte ich letztens, als er begann. Die Farben, die Gerüche, das Licht, die Kostbarkeit des Vergehenden, das letzte Haltenwollen.
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