Gute Zeit – Herbst – nachzudenken, warum ich tue, was hier zu sehen und zu lesen ist. Selbstdarstellung – Darstellung wessen? Warum sollte sich ein Wesen darstellen müssen, dessen Existenz nicht in Frage steht? Niemand hat je behauptet oder gefordert, ich solle nicht sein. Man läßt mich. Warum also auf solche Weise hervortreten?
Früher dachte ich, eine Theorie des Fehlens müßte geeignet sein, das künstlerische Tun und den literarischen Antrieb zu erklären. Das Fehlende müsse ergänzt werden, manche Menschen trügen es hinzu.
Nun ist mir aber, als stehe die Existenz des Menschen buchstäblich in Frage. Immerhin also werde ich mich wehren und notfalls tun, als sei ich wichtig, wenn die Abschaffung des Menschen voranschreitet, die er selbst inszeniert, nur daß es personal „er“ nicht gibt.
Man sollte, dies vielleicht zur Entgegnung, ein vollständiges Leben als Mensch anstreben, mit Umwegen, Abwegen, Irrwegen auch. Die ausgespannten Systeme mögen das nicht, sie wünschen und formen uns funktional.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.