Wer reist, kommt nicht hinterher. Mit nichts. Die Gedanken sind unterwegs wo hängen geblieben, die Gefühle kippeln hin und her. Ideen irrlichtern schwach. Meine Handgelenke sind zerstochen von Mücken, die hier einfliegen wie geladene Gäste. Ich konnte erst eine erschlagen. Katzengewimmer, ein Feuerwerk, Glockengebimmel. In die nächtliche Stille gerät ein Geräusch, als schnippe jemand mit dem Fingernagel auf eine leere Glasflasche, regelmäßig unregelmäßig, exakt nervenzehrend, als solle ich auf die Probe gestellt werden, ob es nämlich möglich sei, daß ich mich vergäße. Ich lief durch Gassen, die waren schmal, als hätte mit einem stumpfen Messer jemand sie lieblos in den Leib der dampfenden Stadt geschnitten und auf die Schnelle. Zackratsch, zackratsch, etliche Male, das muß reichen, in die Seitenwände drückst du Menschen, die lieben die Höhlen, die schaffen das und freuen sich gleich, daß sie überleben. Woanders die Schädelbänke des Todes, pittoresk in Reihen und Höhen gestapelt, als sei morgen Besichtigung des Obersten Totenwarts angekündigt, zugleich aber familiär und zutraulich, als wären alle Herzen rein und für immer. Vermutlich tropft es von der Wäscheleine auf ein abgestelltes Moped, und das ergibt ein Geräusch, das mich wachhält und überdenken läßt, was hier los ist. Ich weiß ja nicht, warum was geschieht.
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