Wenn Sternschnuppen lautlos durch den Himmelsraum zischen, weiß ich nicht, was ich mir wünschen soll. Mir sind die Wünsche nicht ausgegangen, doch kann ich mich auf die Schnelle nicht für einen entscheiden. Früher habe ich an einen Menschen gedacht und gefühlt und gewußt. Jetzt kommt alles, wie es kommt. Ich befinde mich in meiner jeweiligen Situation, spüre sie stark, weniger stark, gar nicht. Vor mir türmen sich kleinere und größere Schutthalden des Blödsinns, und meine Aufgabe ist es, sie geordnet abzutragen. Die Schutthalden erscheinen mir wie ein Sinnbild meiner umzingelten Existenz, die deshalb umzingelt ist, da ich mich nicht entschieden habe oder es nicht konnte. In welche Richtung aber hätte ich mich entscheiden können (hypothetisch), um dann zu laufen oder zu streben. Mir erschien gar nichts einladend, weit und aufnehmend. Ich lief herum und war entgeistert. Nun ist mir wichtig, diese Entgeisterung zu beschreiben und sie dadurch vielleicht zu überwinden. Ich erinnere mich an ein Wort aus der Anfangszeit hier in Berlin. Es lautete: abgespeist. Wir wollten uns vom Leben nicht abspeisen lassen. Ich nehme an, wir vermuteten eine Tafel, an der geschmaust wird, mit Genuß und Gewinn. Doch nein, selbst das wußten wir bereits. Wir wußten, daß es nirgendwo stimmte oder aufging, nur um den Preis gewisser Lügen. Brich das Brot mit Fremden oder Freunden, aber verbinde dich gut. Schreibe ich an diesem Vormittag im grauen Berlin. Vor einem Jahr begann ich diese Seiten. Dies ist der 644. Eintrag.
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