Jemand machte mich darauf aufmerksam: Seit einem Monat gibt es hier keine Temperaturveränderung. Tagsüber plus fünf, nachts plus eins. Ein kühlgraues Immerda, zeitweise sonnenbelichtet, neutral in seiner Zurückhaltung, manchmal eisige Böen aus Nordost – bloß keinen Optimismus verbreiten – erst abwarten, bis der Rückzug bestätigt ist – abwarten auch, ob die Boten eintreffen, die von Winden künden, die bedeuten könnten, daß zu rechnen ist. Nichts ist amtlich, nichts entschieden, alles auf der Kippe, doch wie angehalten. Die Schaukel schwingt nicht, jedenfalls nicht sichtbar. Das Karussel steht still. Als gäbe es die Welt nicht, sagte heute ein Mädchen über diese Tagesstimmung. Dann korrigierte sie: als gäbe es die Welt, nur daß sie sich gar nicht mehr verändert. Manche Pflanzen wissen es besser. Ich vertraue ihnen wie noch jedes Jahr. Eine Forsythie kann trösten.
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