Schimpfen reinigt. Muß das öffentlich geschehen? Nein, muß es nicht, aber es verstärkt die positive Wirkung. Sollte man Schimpfwörter nicht für sich behalten? Ja, man könnte es sollen. Andererseits sind die Bürgerlichen sprachlich stets ein wenig zimperlich. Weniger zimperlich sind sie darin, mit ihren guten Manieren und ihrem umwerfenden Charme Vorteile für sich herauszuschlagen. Könnten Sie für mich nicht eine kleine Ausnahme machen? Ich sag’s auch nicht weiter. Was bleibt dem Verkäufer oder Verhandlungspartner oder Türwächter anderes übrig, als diese kleine Ausnahme zu gestatten. Doch zurück zu den Kraftausdrücken. Solange mit ihnen kraftvoll zuzuschlagen ist oder sie den Benutzer erleichtern, sind sie unverzichtbar. Eine andere Frage ist, warum ich mich eigentlich über das Verhalten anderer ärgere? Gut, wir tun das alle, doch was ist der wirkliche Grund, welche Verbindung besteht denn? Über solches nachsinnend werde ich nun in die einunddreißig Grad Celsius warme Nacht treten und den Himmel nach Antworten absuchen, sofern ich in den Gesichtern der anderen nichts finde. Eines Tages werde ich mich vielleicht nicht mehr ärgern. Ob das Leben dann noch lohnt? Gerne wäre ich weise, doch nicht auf die teilnahmslose Art eines Chamäleons, dieses listigsten und buddhistischsten aller Tiere, das stets richtig sitzt. Ein paar Aktien möchte ich noch im Spiel halten. Sinkt deren Wert, werde ich mich hoffentlich ärgern. Sicher nicht zu lange, aber doch ein hübsches Weilchen. Später tut es dann gut, sich nicht mehr zu ärgern. Jetzt weiß ich, warum ich mich geärgert habe. Diese Leute, die ich Idioten nannte, haben mich auflaufen lassen. Im Fußball ist das ein Foul: Sperren ohne Ball.
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