Der Tag gestern, als sei ich persönlich gemeint, gekränkt und beleidigt worden. Nach Gründen gesucht im Tümpel, man stochert mit langen Stangen im Schlamm, wird fündig. In meinem Heimatdorf warfen sie tote Ferkel an den Dorfbach. Ich sah sie dort liegen, eines frühen Nachmittags, als ich an meinem selbstaufgeworfenen Staudamm spielte, eine kleine Nußschale mit Mast und Segel auf dem See schwimmen lassen wollte. Ich wagte mich selten hinter die Biegung des Baches. Dort war es unheimlich, dort begann das Nachbargrundstück, verbotenes Gebiet. Das verstand sich von selbst, das mußte niemand aussprechen, man sah es. Dort stand die riesige rote Scheune mit den angrenzenden Stallungen, wucherten häßliche Weichhölzer. Dort lagen die blassen toten Leiber mehrerer Ferkel zwischen Steinen und den Wurzeln und Stämmen der Hölzer. Keine Opferstätte, eher Abfallhaufen oder Zwischenlager. Sie hätten den Abdecker rufen müssen, statt sie am Wasser abzuladen. An mehr kann ich mich nicht erinnern. Ob ich einen Tag später noch einmal nachsah, ob ich zuhause davon berichtete, ob mein Vater sich einschaltete, ob ich die toten Tiere wirklich gesehen oder bloß phantasiert habe – ich weiß es nicht. Ich könnte das Bild beschreiben oder es malen. Ich war eine Ewigkeit dort nicht mehr, unten am Bach, aber ich lasse ja auch keine kleinen Schiffe mehr schwimmen. Dies hier heute ist ein Sonnentag ganz woanders. Hier lebe ich nun. Eigenartig.
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