Wunsch und Wirklichkeit

Lebhafter Traum, in dem jemand meine Lieblingstasse ausborgte („die nehme ich, die ist schön“), so daß ich fast verwundert bin, sie in der Spüle zu finden. Manchmal schwer zu unterscheiden, was sich tatsächlich ereignet hat und was im Traum geschah. Dazu die malerischen Beigaben der lebhaften Teilhabe an Beobachtetem. Das Mitfiebern und Mitempfinden, Mitdenken ohnehin. Als sei man inbegriffen, als würden sie mit einem rechnen, als käme es gleich auf den eigenen Einsatz an. Dabei schaut man bloß zu und verharrt auf seinem Platz, hält zumindest Abstand, wie es sich gehört. Ein nahezu sicheres Gefühl, verantwortlich zu sein, obgleich alles dagegen spricht. Erkenne deine Grenzen. Laß sie gewähren, Fehler begehen, lernen. Das vorgeführt Richtige kann das Falsche sein. Zu unterscheiden, wann der eigene Einsatz zählt und wann nicht, lernt sich. Nicht nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen: sie fechten es aus. Zuletzt noch die Sprünge in die Vergangenheit, als sei selbst dort noch etwas zu retten. Als Kind sah oder hörte oder las ich Szenen wieder und wieder, nur um zu ermitteln, ob es dem Helden diesmal gelingen würde, das Richtige zu tun. Ich mochte ihn nicht traurig sehen. Deshalb bedurfte es weiterer Versuche. Schnell die Stelle noch einmal lesen oder hören. Man dreht das mächtige Rad der Zeit nicht zurück, sagen sie. Ich denke, man tut es hin und wieder doch, allerdings nur für sich allein, nicht um etwas zu bewirken. Zur besseren Unterhaltung gewissermaßen.


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