Erst sitzen, dann gehen

Ein Tag ohne Meinung. Ich hege kein Gefühl, sitze hier nur herum und versuche etwas zu denken. Was ich heranbemühe, kann nicht haften, gleitet ab. Ich bin ein verschlossenes Raumzeitwesen und betrachte die drei Kastanien auf meinem Schreibtisch. Ich kann mich erinnern, an welchen Stellen ich sie aufgelesen habe und was ich dabei dachte oder hoffte. Ich wollte sie verschenken. Nur eine ist beim Sturz aus der Höhe heil geblieben, die Haut der anderen beiden ist gerissen. Kurz nach dem Sturz glänzen sie so wunderschön, daß man sie auflesen muß. Herbstliche Kostbarkeiten. Ich mag es, wenn sie zur Hälfte noch in ihrem Stachelmantel stecken. Nimmt man sie heraus, fassen sie sich sehr neu an. Es ist gut, daß ich die Kastanien erblickt habe, denn nun weiß ich, daß ich in den Park gehen werde, um zu schauen, was es dort Neues gibt an Farben und Gerüchen und ob die Bäume ihr Kleid abgeworfen haben. Wenn es sich fügt, sehe ich auch nach dem schottischen Hochlandbullen. Die Lamas werde ich nicht sonderlich beachten. Sie tragen ihre Köpfe so hoch. Nun habe ich bereits ein gutes Gefühl erzeugt, später kommen sicher noch ein paar kräftige Meinungen dazu. Schreiben hilft, sich neu justieren. Augenblicklich geht es mir besser.


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