Es ist Abend, aber noch nicht dunkel. Das Schulgelände ist verlassen. Gegenüber steht eine Backsteinkirche. Dann ist da noch ein Parkplatz und schräg gegenüber das Rathaus. Ein Junge, der aussieht wie sechzehn, aber sicher erst vierzehn ist, übt auf seinem Skateboard Sprünge. Als Hindernis hat er einen abgebrochenen Ast auf die Steinplatten gelegt, krumm und schief und etwa so hoch wie eine Hand breit ist. Er nimmt Anlauf, rollt. Vorn hebt sich durch die Gewichtsverlagerung das Brett, doch seine Übung zeigt nur, was er nicht kann. Er springt taumelnd herunter und unternimmt einen weiteren Versuch, legt den Ast, der eher ein Zweig ist, wieder zurecht. Der Junge ist ein wenig übergewichtig, trägt eine Hornbrille und die Haare gescheitelt. Auf die Umfriedung der lieblosen Blumenkübel hat er einen Ghettoblaster plaziert und begleitet sein Training mit amerikanischem Hip-Hop. Der Rekorder ist leise gestellt. Er möchte nicht auffallen, kaum gesehen werden. Der Weg ist weit, doch er hat ein Ziel. Er muß üben, üben, üben.
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