Comeback

Nichts zu schreiben zu haben, eigentlich eine Lüge. Viele Dinge beschäftigen mich, habe etliche Anläufe unternommen, hier wieder zu schreiben. Zwei Einträge gelöscht, da sie nicht mehr gefielen. Manchmal ist das so, manchmal gruppiert sich etwas um. Häutungen einer Schlange, Abwurf des Geweihs, Autodafés. Sich selbst um die Vergangenheit bringen, indem man die Zeugnisse vernichtet. So steht man plötzlich nackt da. Als hätten zum Schuppenkleid der Rüstung die Einzelheiten gehört, die Wische und Zettel und Versuche, die bekritzelten Flächen, die Entwürfe ins unsterbliche Nichts. Die Reserven gekappt, als ich gestern reinen Tisch machte und in den Müll warf. Ich beginne nun neu, doch es ist nicht mehr behaglich. Ich müßte ein Boot kapern und auf und davon. Fühle mich haltlos, benötige einen anderen Horizont, ein zwingenderes Ziel. Es ist Nacht, es ist warm, es ist der elfte Monat im Jahr. Die Ahornblätter am Kleistpark sind riesig, man raschelt lärmend hindurch. Der Wind bläst in Böen hinein, als wolle er ein spätes Feuer entfachen. Ich benötige ein sehr gutes Gespräch dicht unter der Haut.


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