Was los ist (renoviert)

Tritt man einem am Boden Liegenden in die Seite, ergibt das Rippenbrüche und Nierenrisse. Liegt einer am Boden und ein Blutfaden zieht sich aus dem Ohr über Kiefer, Hals, Schlüsselbein und Brust auf die nackte Erde, wird es ernst. Schieße ich mit einer Uzi auf ein lebendes Ziel, rotzt das unschuldige Gerät 32 Schuß in der Sekunde in das weiche organische Material, die Person stirbt zerlöchert wie ein Sieb. Der Abzug reagiert nicht empfindlich, doch er reagiert. Man kann nachladen, nächstes Magazin, weiter auf der Spur des Todes.

Schön, daß in den Filmen die Faustschläge klingen, als sei es lustig, eine Knochenhand auf den Kiefer eines Gegners treffen zu lassen. Haut platzt ab, es blutet beidseits der Schlagstelle. Lustig ist daran nichts, lustig macht das die Filmlustigkeit. Konsumieren wir Wirklichkeit, konsumiert die Wirklichkeit uns. Zur Hälfte hat sie uns bereits verschlungen.

Gespräche über erste und zweite Wirklichkeit. Wir sind schlau, wir verstehen fast nichts. Jeder, den ich kenne, wählt derzeit noch die Ablenkung, möchte noch ein ein bißchen Takatukaland. Einzigartiges Privileg des Menschen, sich die Zeit zu vertreiben mit Unsinn (damit der Sinn nicht eintritt). Das vermag kein Tier, die Krähe nicht, kaum die Affen.

Ich grüße Quentin Tarantino.


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